Montag, 16. März 2009

4.10 Zwischen Können und Müssen: die Buchung

Das individuelle Können des Steuerberaters zu kombinieren mit den Vorteilen der Massenproduktion – das scheint auf den ersten Blick unmöglich. Das eine ist arbeitsintensiv, das andere kapitalintensiv. Das eine ist eine hoch spezialisierte, auf den einzelnen Mandanten ausgerichtete, persönlich erbrachte Dienstleistung, das andere setzt eine stetige Gleichförmigkeit des maschinellen Arbeitsprozesses voraus. Und doch gab es eine gemeinsame Schnittmenge zwischen dem individuellen Können des Steuerberaters und der automatisierten Produktion: Die Prinzipien ordnungsmäßiger Buchführung waren für alle Steuerberater und Mandantenbetriebe gleich. Der Gesetzgeber sorgte bundeseinheitlich für ein gewisses Quantum an gleichförmiger Arbeit: die Buchung.
Deren Verarbeitung war in Bayern nicht anders als in Schleswig-Holstein, in Hessen nicht anders als im Saarland, das seit 1960 endgültig zur Bundesrepublik gehörte. Und es wird mit der Integration der neuen Bundesländer in Sachsen nicht anders sein als in Nordrhein-Westfalen, in Berlin oder in Bonn. Die maschinelle Verarbeitung von Buchungen ist unabhängig vom Standort und aus der Sicht der Datenverarbeitung ideal für diese Technologie allerdings nur dann, wenn der intellektuelle Teil der Kontierung von einem persönlich zuständigen Bearbeiter gestaltet und verantwortet wird.



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