Nachdem ab 1962 die Wochenarbeitszeit kontinuierlich gesenkt worden war, hatte sich seit dem 1. Oktober 1965 die 40-Stunden-Woche in immer mehr Tarifverträgen durchgesetzt. Das stärkte noch mehr den Wunsch der Betriebe, mit der Buchführung denjenigen zu betrauen, der ohnehin die Zahlen des Unternehmens am besten kannte. Arbeitskräfte waren rar in den sechziger Jahren. 1960 hatte die Bundesregierung damit begonnen, sich verstärkt um ausländische Arbeitnehmer zu bemühen. Aus den 100.000 »Gastarbeitern«, die die Industrie rief, waren am 10. September 1964 mit dem Portugiesen Armando Rodrigues eine Million geworden. Und der Zustrom von Italienern, Spaniern, Jugoslawen und Türken ging weiter. 1973 sollten 2,6 Millionen Nicht-Deutsche bei uns lebten.
[1] Viele Betriebe hätten ohne deren Hilfe ihre Arbeit einstellen müssen. So rar waren damals Arbeitskräfte.
»Die Bahnhöfe unserer Großstädte sind bereits wahre Jahrmärkte der Nationen«, schrieb im April 1966 der renommierte Wirtschaftspublizist Jürgen Eick in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Und weiter: »Nach dem Krieg konnte produzieren, wer Rohstoffe hatte. Nach der Währungsreform konnte produzieren, wer Kapital hatte. Heute kann produzieren, wer Arbeitskräfte hat. «
[2][1] Zeitmagazin, 26.5.89: „Vom Willkommensgruß zur Abschiebehaft: Die Deutschen und die Fremden“
[2] Jürgen Eick, Als noch Milch und Honig flossen“, Stuttgart, 1982
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen